Ägyptisches Uschebti mit Hieroglypheninschrift – Mumienförmige Grabbeigabe
Material: Fayence
Datierung: 7.–4. Jh. v. Chr. (Spätzeit)
Größe: Höhe ohne Stand ca. 7,3 cm und Breite 1,8 cm
Zustand: Guter Erhaltungszustand
Die Uschebti-Figur ist in mumienförmiger Gestalt wiedergegeben, mit eng am Körper anliegenden, vor der Brust verschränkten Armen und glatt konturiertem, nach unten leicht konisch zulaufendem Körper. Der Kopf trägt eine dreigeteilte Perücke (Klaft) mit seitlichen Strähnenpartien, die beidseitig auf die Schultern herabfallen. Die Gesichtszüge sind vereinfacht wiedergegeben: Augen, Mund, langer Bart und Ohren sind angedeutet. Über die Rückseite verläuft eine vertikale Kolumne mit eingeritzten Hieroglyphenzeichen, die vermutlich Teil des sogenannten Uschebti-Spruchs (Kapitel 6 des Totenbuches) war; eine vollständige Lesung und Übersetzung des Textes bleibt einer eingehenderen epigraphischen Untersuchung vorbehalten. Die Oberfläche zeigt eine helle, sandfarbene bis hellbraune Oberfläche mit partiellen dunkleren Verfärbungen, eine ursprüngliche Glasur ist nicht erhalten. Die Figur ist auf einem modernen Holzsockel montiert und zeigt einen insgesamt guten Erhaltungszustand mit altersbedingten, vereinzelten Abriebspuren bei vollständig intakter Substanz.
In welchem archäologischen Kontext kommen Uschebtis vor?
Uschebtis stammen archäologisch nahezu ausschließlich aus Grabkontexten. Sie wurden dem Verstorbenen im Grab beigegeben, häufig im Sarg oder in eigens gefertigten Uschebti-Kästen, aber auch an anderen Stellen der Grabkammer niedergelegt. In vollständig ausgestatteten Bestattungen konnte im Idealfall ein Ensemble aus 365 Arbeiter-Uschebtis – einem für jeden Tag des Jahres – sowie 36 Vorarbeiter-Figuren bestehen, die jeweils eine Zehn-Tage-Woche beaufsichtigten. Tatsächlich variiert die Zahl der beigegebenen Figuren jedoch erheblich und hängt von Epoche, Region und sozialem Status des Verstorbenen ab. Besonders in der Spätzeit wurden Uschebtis in großer Zahl serienmäßig hergestellt.
Provenienz: Aus der ehemaligen Sammlung von Dr. H. Halter, Schweiz, gesammelt und erworben vor 1966. Das Objekt befindet sich In der EU seit 2006.
Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.
Schutz von Kulturgütern: Alle von uns angebotenen Artefakte entstammen renommierten Sammlungen und wurden auf Kunstauktionen sowie aus Nachlässen erworben.