Ägyptisches Uschebti mit türkisfarbener Fayence-Glasur
Material: Fayence
Datierung: 7.–4. Jh. v. Chr. (Spätzeit)
Größe: Höhe ohne Stand ca. 8,4 cm und Breite 2,6 cm
Zustand: Sehr guter Erhaltungszustand
Die Figur ist in mumienförmiger Gestalt wiedergegeben, mit eng am Körper anliegenden, vor der Brust verschränkten Armen, die flach reliefierte Andeutungen landwirtschaftlicher Geräte – vermutlich Hacke und Dechsel – halten, sowie einem glatt konturierten, nach unten konisch zulaufenden Körper mit Rückenpfeiler. Diese Werkzeuge zählen zu den typischen Attributen ägyptischer Uschebtis und verweisen auf ihre Aufgabe, stellvertretend für den Verstorbenen die Feldarbeit im Jenseits zu verrichten. Der Kopf trägt eine lange, glatte Perücke, die beidseitig auf die Schultern herabfällt; die Gesichtszüge sind detailliert erkennbar herausgearbeitet. Die Oberfläche besteht aus türkisfarbener Fayence, die stellenweise berieben ist und dabei das sandfarbene Material darunter freilegt; vereinzelt finden sich Verfärbungen, die auf Lagerungsspuren zurückgehen dürften. Die Figur ist auf einem modernen Holzsockel montiert und befindet sich in einem sehr guten Erhaltungszustand.
Was bedeutet der Name 'Uschebti' und worauf sollte man beim Sammeln achten?
Der Name Uschebti leitet sich vom altägyptischen wšbtj ab und wird in der Fachliteratur meist mit „Antworter“ übersetzt. Er verweist auf die Aufgabe der Figur, im Jenseits stellvertretend für den Verstorbenen auf den Ruf der Götter zu antworten und die ihm übertragenen Arbeiten zu übernehmen. Gebräuchliche alternative Schreibweisen sind Schabti, Schawabti, Ushabti, Ushebti und Shawabti – Varianten, die sich aus unterschiedlichen Umschriftkonventionen des Hieroglyphischen sowie der Forschungsgeschichte ergeben.
Die ältesten belegten Uschebtis stammen aus der Regierungszeit Mentuhotep II. (11. Dynastie, Mittleres Reich) und wurden zunächst aus Wachs oder Nilschlamm gefertigt. Ab der 18. Dynastie entwickelten sie sich zu einem festen Bestandteil der ägyptischen Grabausstattung und entstanden zunehmend aus Holz, Stein oder Fayence. Besonders Fayence setzte sich gegen Ende des Neuen Reiches als bevorzugtes Material durch, da sie sich durch Gussformen vergleichsweise effizient herstellen ließ und zugleich mit ihrer charakteristischen blaugrünen Glasur symbolisch auf Erneuerung und Wiedergeburt verwies. Bronze-Uschebtis sind dagegen nur äußerst selten belegt.
Für Sammler und die wissenschaftliche Einordnung eines Uschebti sind vor allem Material, Erhaltungszustand, Ausführungsqualität und stilistische Merkmale von Bedeutung. Beschriftete Exemplare lassen sich häufig anhand des Namens des Verstorbenen, einer Opferformel oder des Uschebti-Spruchs nach Kapitel 6 des Totenbuches genauer datieren und zuordnen. Zahlreiche, insbesondere einfacher ausgeführte Uschebtis der Spätzeit, tragen jedoch keine Inschrift. In diesen Fällen erfolgt die Einordnung anhand von Material, Proportionen sowie charakteristischen Merkmalen wie Perücke, Armhaltung, Gesichtsausbildung und der Ausführung der typischen Attribute.
Da die zeitliche und stilistische Bestimmung sowohl unbeschrifteter als auch beschrifteter Uschebtis fundierte Kenntnisse der ägyptischen Kunstgeschichte und – bei Inschriften – der Epigraphik voraussetzt, zählen eine nachvollziehbare Provenienz sowie ein fachkundig geprüftes Echtheitszertifikat zu den wichtigsten Kriterien beim Erwerb.
Provenienz: Aus der ehemaligen Sammlung von Dr. H. Halter, Schweiz, gesammelt und erworben vor 1966. Das Objekt befindet sich In der EU seit 2006.
Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.
Schutz von Kulturgütern: Alle von uns angebotenen Artefakte entstammen renommierten Sammlungen und wurden auf Kunstauktionen sowie aus Nachlässen erworben.