Pasquale Cicogna 1585-1595 Scudo medaglia 1593.
Fertigstellung der Befestigung von Palmanova und Jahrestag der Schlacht von Lepanto. Markuslöwe nach links, PASCALE CICONIA DUCE VENETIAR ETC AN DNI 1593 (= Pascale Cuconia duce Venetiarum et cetera anno Domini 1593 = Unter dem Dogen der Venezianer und weiterer Regionen, Pasquale Cicogna, im Jahr des Herrn 1593) / Befestigungsansicht von Palmanova mit Bezeichnung PALMA und herrausragendem Kreuz, IN HOC SIGNO TVTA (= Unter diesem Zeichen bist Du sicher), FORIIULI ITALIAE ET CHRIS FIDEI PROPUGNACULUM (= Bollwerk Friauls, Italiens und des Glaubens an Christus). 43 mm, 27,94 g. Paolucci 751
(R3) Gamberini 540/a Davenport 8324 CNI VI, 1 Montenegro 79
(R3) Voltolina 692
Prachtexemplar mit herrlicher Patina von allergrößter Seltenheit und historischer Bedeutung für die Region Friaul. Winz. Randfehler, vorzüglich; Ausländische Münzen und Medaillen; ITALIEN-VENEDIG; diverse
Dieser äußerst seltene Scudo mit Medaillencharakter wurde in der Serenissima unter dem Dogen Pasquale Cicogna geprägt, um die Fertigstellung der Befestigung von Palmanova, einer geplanten Modellstadt, auf halbem Wege zwischen Aquileia und Triest, am 7. Oktober 1593 zu feiern. Dieses Datum war zugleich der Jahrestag der Schlacht von Lepanto (7. Oktober 1571). Die Festung von Palmanova, die aus 3 Mauerringen besteht, wurde ursprünglich von Giulio Savorgnan entworfen, um Venedig vor Angriffen der Österreicher und Türken zu schützen. Die drei Mauerringe der Palmanova-Festung wurden zu unterschiedlichen Zeiten gebaut: Der erste und zweite während der Republik Venedig, der dritte Anfang des 19. Jahrhunderts durch Napoleon und die Franzosen. Anfang 1593 schlug Giulio Savorgnan eine Bastion mit Kurtine vor, Bonaiuto Lorini ein polygonales Werk mit 11 Seiten. Das heißt, dass Palmanova als ideale Stadt mit einem radialen Straßennetz geplant und gebaut wurde. Charakteristisch waren breite, regelmäßige Straßen, die es den Soldaten ermöglichten, vom Zentrum, dem Exerzierplatz, schnell zu den Verteidigungsanlagen zu gelangen. Im Zentrum wohnten die Offiziere, während die Liniensoldaten ringsherum stationiert waren und entlang der Befestigung die Söldner. Die drei großen Stadttore Porta Aquileia, Porta Udine und Porta Cividale sind noch erhalten, teilweise mit ihren frühbarocken Vorwerken. Wahrscheinlich wurden sie von Vincenzo Scamozzi, einem bekannten Baumeister aus Vicenza, gestaltet. Es ist äußerst selten, dass man auf Münzen Italiens Stadtansichten wiederfindet und besonders auf großen Silbermünzen im Talergewicht. Stadtansichten findet man deutlich mehr in der Medaillenkunst. Die ungewöhnlich prunkvolle Darstellung dieses Scudo verleiht ihm daher in der Litertaur den Namen eines Scudo medaglia, da er durch seine Gestaltung eher an eine Medaille, als an eine Münze erinnert. Der Scudo medaglia aus Palmanova gehört zu den seltensten und prachtvollsten Großsilbermünzen der venezianischen Geschichte.
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